Lecko mio, Lindner: Liberale Konjunktur-Kofferw├Ârter am Beispiel der Lirafizierung

Lecko mio, Lindner: Liberale Konjunktur-Kofferw├Ârter am Beispiel der Lirafizierung
Lecko mio, Lindner: Liberale Konjunktur-Kofferw├Ârter am Beispiel der Lirafizierung

Am 15. Mai ist der Internationale Tag der Familien. Das Motto dieses Mal: Men in Charge? Gender Equality and ChildrenÔÇÖs Rights in Contemporary Families. Will hei├čen: Sind jetzt wir M├Ąnner dran, was Haus und Herd h├╝ten angeht? Die Antwort als Frage: Wie kommt denn die UN darauf, dass wir Helikopter-V├Ąter der Generation Taxi das nicht schon l├Ąngst machen? Ganz einfach deshalb, weil es Regionen und L├Ąnder gibt, in denen es notwendig ist, die Rechte von Frauen und Kindern zu sch├╝tzen – im Sinne eines fairen Familienrechts, eines gleichberechtigten Zugangs zum Recht f├╝r alle und f├╝r eine Sensibilisierung der Politik f├╝r die Notwendigkeit des besonderen Schutzes von eben Frauen und Kindern in der Familie.

Zero tolerance f├╝r Familientyrannen! Das ist richtig und gut – und eignet sich zur Nachahmung. Vor allem dann, wenn man als Familie eher leere Inhalte propagiert und die Frauen nicht an den Pranger, daf├╝r aber deren Beine in den Fokus der Linse von Lindner stellt. Der Liberale Lippenbekenner setzte bei den Wahlen in Hamburg und Bremen auf attraktive Frauen, die aus dem sch├╝tzenden Scho├č der FDP-Familie f├╝r W├Ąhlerstimmen sorgten – weibliche und m├Ąnnliche, wahrscheinlich. Vorher machte er einen auf Magenta und beim Bundesparteitag in Berlin warteten alle darauf, dass das Soundlogo der Telekom erklinge, weil Seilschaften ja zum guten Ton geh├Âren.

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Laber Rhabarber und die Lirafizierung
Stattdessen ert├Ânt die Lindner-Liturgie- und Lethargie: Man m├╝sse den Euro vor der Lirafizierung retten, was wohl eine Anspielung auf die Ex-W├Ąhrung Italiens und deren inflation├Ąren Charakter ist. Vielleicht meinte der FDP-Obergockel aber auch die t├╝rkische Lira, die ja immer noch existiert und zumindest im Vorfeld der Anfang Juni anstehenden Parlamentswahlen einiges an Wert verloren hat. Wom├Âglich meinte Lindner aber auch die Drachme, konnte das aber nicht aussprechen und zudem h├Ątte er daraus kaum ein so charmantes Kofferwort wie eben Liralisierung konstruieren lassen k├Ânnen.

Fr├╝here europ├Ąische W├Ąhrung Lire ┬ę clipdealer.de_2418215

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Lieber Herr FDP-Chef Lindner, Sie h├Ątten mich doch fragen k├Ânnen! Dann h├Ątte ich Ihnen Vorschl├Ąge wie Drachkonische Ma├čnahmen gegen Griechenland, Ich lach mich e┼čekisch (wenn es um den EU-Beitritt der T├╝rkei geht) oder auch Lecko mio, Lindner (als italienische Anerkennung der Liberalen) unterbreitet. Ok, das h├Ątte Sie Geld gekostet und das brauchen Sie ja, um wieder in Berlin zu feiern … pardon … B├╝ros zu mieten. Insofern doch lieber den Solidarfonds mit Geldern der Kreisverb├Ąnde aufstocken, um damit noch ein paar Engel f├╝r Lindner in die Landtage zu bugsieren – mit Beautykoffern und anderen komischen Kontaminationen f├╝r die kosmetische Kurskorrektur.

Quoten statt Tote
Was Lirum Larum Lindner zum Thema unfreiwilliges Kofferpacken aus tiefster Not gesagt hat, wei├č ich leider nicht. Wahrscheinlich ist er bei der Zahl 18 (Komma 4 Prozent) aus den Latschen gekippt, weil er Westerwelles W├╝rgegriff sp├╝rte. Dann aber hat sich Lindner wohl wieder beruhigt und sich erneut┬ádem Bashing der Br├╝sseler B├╝rokraten gewidmet. W├Ąhrenddessen versuchen die sich an einem Verteilungsschl├╝ssel f├╝r eine Migrationsstrategie, die Quote statt Tote will. Eben 18,4 Prozent f├╝r Deutschland, 14,2 Prozent f├╝r Frankreich und 11,9 Prozent f├╝r das lirerale Land Italien. Grand Betragne, Irlande und Denmakr Zero Points. Wer wei├č, ob sie sich vielleicht bis zum 08. Juni einigen k├Ânnen, wie sie die Fl├╝chtlinge, die ├╝bers Mittelmeer kommen, auf Kontinentaleuropa und die Insulaner verteilen wollen. An diesem Datum ist n├Ąmlich der Internationale Tag der Ozeane.

Haikle Angelegenheit ┬ęMarcello Buzzanca

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Das macht sprachlos – vor allem jene Menschen, die um ihr Leben und dann um ihren Aufenthaltsstatus ringen und auch jene anerkannten Asylbewerber, denen nun die Worte fehlen werden. Denn das Bundesfamilienministerium hat kein Geld, um den „Garantiefonds Hochschule“ der Otto-Bennecke-Stiftung zu f├╝ttern und damit DSH-Sprachkurse f├╝r angehende Studierende mit Asylhintergrund zu finanzieren. Schlie├člich sei der anhaltende Zuwachs der f├Ârderberechtigten Personenkreises so nicht vorhersehbar gewesen.

Nat├╝rlich nicht, schlie├člich hat man beim Verteilungsschl├╝ssel keinen IQ-Quotienten eingerechnet und wer dann auch noch die Unversch├Ąmtheit besitzt, nach dem ├ťberleben einer m├Ârderischen Flucht einen Sprachkurs besuchen und studieren zu wollen, um seinem Elend und Anspruch auf Bildung, beruflichen Erfolg und Anerkennung Ausdruck zu verleihen, m├╝sste das dann bitte aus eigener Tasche und auf eigene Faust machen.

Global Languages ┬ęCilpdealer_1797280

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Oder auf engagierte Studierende wie jene von Cross Borders┬ázur├╝ckgreifen. Die Gemersheimer Initiative n├Ąmlich verleiht┬ánicht nur den Klassensprechern┬áihrer Sprachkurse f├╝r┬áFl├╝chtlinge eine Stimme – ehrenamtlich, gro├čherzig, nachahmenswert. Denn statt hirntoupiert-liberale Kofferwortphrasen zu dreschen und um Quoten zu pokern, geben diese Studierenden den Teilnehmern ┬áetwas Wertvolles mit und bekommen ebenso etwas zur├╝ck.

About the author

Marcello Buzzanca ist freier Texter, Redakteur, Blogger und Autor.