You made my M-Day

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You made my M-Day

Heute ist der Internationale Tag der Migrantinnen und Migranten. So wie jedes Jahr am 18. Dezember – und das seit nunmehr 14 Jahren. Da nĂ€mlich wurde er von der UNO ausgerufen, um im Prinzip an eine zehn Jahre zuvor geschaffene, Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen zu erinnern. Weniger als Gedenktag als vielmehr permanente Erinnerungsfunktion fĂŒr die Industriestaaten, die allesamt diese Konvention noch nicht ratifiziert haben. Bleibt anzuwarten, wie viele Reminder die UNO also noch verschicken muss, bis endlich auch die IndustrielĂ€nder sie ratifizieren. Andererseits werden die damit keine Eile haben. Und das ist alleine Schuld der UNO. Die nĂ€mlich nennt die Übereinkunft (die ja mehrheitlich keine ist) im Kleingedruckten „Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen“. Und Menschenrechte fĂŒr Unentschlossene will man weder mit Untertiteln sehen noch blind unterschreiben.

Schließlich scheint LĂ€ndern, die sich bisher einer Ratifizierung verweigerten, der Begriff „Wanderarbeiter“ zu weit gesteckt, was an sich ja der Begriff „Wandern“ impliziert: Hin und her, Vagabunden, Wegelagerer an den Versorgungsstraßen des Sozialsystems, rein in Hartz IV, raus aus der Arbeit und zurĂŒck in die Sozialschmarotzer-HĂ€ngematte. In diesem Sinne ist es verstĂ€ndlich, dass weder Deutschland noch Italien noch andere europĂ€ische LĂ€nder diese Konvention unterschrieben haben. Denn der Schutz der Wanderarbeitnehmer geht ĂŒber Grenzen hinweg – juristische wie geografische. Und nicht zu vergessen: Er tritt die deutsch Thronfolge der Aufenthaltstitel mit FĂŒĂŸen, spuckt in die royalistische Suppe und wĂŒrde am Ende erlauben, das jeder hier aus- und eingehen, arbeiten und seine Familie im geschĂŒtzten Modus hoch- und runterfahren lassen könnte.

13 . International Convention on the Protection of the Rights of All Migrant Workers and Members of their Families ©UNTC

13 . International Convention on the Protection of the Rights of All Migrant Workers and Members of their Families ©UNTC

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13 . International Convention on the Protection of the Rights of All Migrant Workers and Members of their Families ©UNTC

13 . International Convention on the Protection of the Rights of All Migrant Workers and Members of their Families ©UNTC

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mildernde Migranten-UmstÀnde
Wir lernen daraus, dass Wanderarbeiter in Ost-Timor einen grĂ¶ĂŸeren Schutz genießen als solche in Deutschland. Andererseits lĂ€sst sich das so auch nicht sagen. Schließlich bestehen die Industriestaaten darauf, dass ihre Gesetze schon Schutz genug implizierten. Oder aber, sie haben keinen blassen Schimmer, dass es diese Konvention ĂŒberhaupt gibt. Woher auch? Wahrscheinlich nĂ€mlich wurde die Mail der UNO einfach gelöscht oder viel dem Spam-Filter zum Opfer. Das scheint verstĂ€ndlich, betrachtet man die Konventions-Karawane, die New York kontinuierlich in Richtung Welt verlĂ€sst. Also beschließt die UNO, der Vollversammlung den Schutz fĂŒr Migranten etwas weichgespĂŒlter unters Kopfkissen zu legen und nennt es Declaration of the High-level Dialogue on International Migration and Development. Diese „Wir-nehmen-uns-das fest-vor“-ErklĂ€rung wurde in in jedem Fall einstimmig angenommen und ebenso unisono ad acta gelegt.

Was soll’s! Drauf geschissen – und das am besten am 19.November. Das nĂ€mlich ist der Welttoilettentag und auf Klo mĂŒssen Migranten bekanntlich ja öfter. Das liegt daran, dass sie sich parasitĂ€r durchfressen. Und das wiederum ist der SchlĂŒssel zur Evolution der Migration, wie sie spĂ€ter im Space mal sein wird. Wenn nĂ€mlich die Astronauten irgendwann auf fremden Planeten landen und an den nĂ€chstbesten Mars-Felsen pinkeln, werden sie das Gleichgewicht des Roten Planeten vollkommen aushebeln. Das gab der US-Physiker Robert L. Park bereits 2005 zu bedenken. Denn menschlicher Kot und Urin sind mit Bakterien verseucht und diese mikroskopisch kleinen extraterrestrischen Migranten wĂŒrden das Ökosystem des Mars am Ende zur Minna machen. Spinnt man diesen Gedanken weiter, könnte man fast vermuten, dass auch wir Menschen tatsĂ€chlich auf die Welt geschissen wurden – von neugierigen und vom dringenden BedĂŒrfnis nach GedĂ€rm-Erleichterung getriebenen inkontinenten, extraterrestrischen Wasserköpfen.

Laschet uns feiern – am besten etwas anderes
WĂ€hrend also allerorts auf Bewegung gemacht wird, drehen sich andere einmal um die eigene Achse, um sich dann wieder am Ausgangspunkt zu befinden. Dieses Spiel kennt die niederlĂ€ndische Justiz beispielsweise sehr gut. So geht ihr der windige Geert Wilders immer wieder durch die Lappen. Und auch, wenn jetzt Anklage wegen Diskriminierung und Anstiftung zum Hass gegen ihn erhoben wurde, wird das den rechten Klompen-TrĂ€ger nur peripher tangieren, die Menschen aus Tanger derweil aber freuen. In diesem Sinne ist der 18. Dezember zumindest in dieser Hinsicht ein Feiertag. Ein Hochtag fĂŒr den politischen Überflieger Armin Laschet wird hingegen der Bundesparteitag der CDU am 9. und 10. Dezember in Köln sein. Da lĂ€sst Laschet dann die Jecken frei und nimmt sich gleich zwei der dringendsten Fragen Deutschlands an: EinbruchskriminalitĂ€t und Ausreiseverbote fĂŒr Dschihadisten. Scheinbar hat der CDU-Vize- und NRW-Chef noch nicht verstanden, dass die Gotteskrieger nicht am Ausreisen, sondern eher an der Einreise gehindert werden sollten und dass, wenn sie wieder aus Syrien einreisen, sie noch lange keine Einbrecher sind.

Aber ja, genug uns selbst gefeiert, liebe Migrantinnen und Migranten! Schließlich gibt es an diesem 18. Dezember noch andere Ereignisse, die eine Party wert wĂ€ren. So entdeckten am 18.12.1994 Amateurforscher die bislang Ă€ltesten Felsmalereien in einer Tropfsteinhöhle in Frankreich. Vermutet wird, dass es sich hier um eine 30.000 Jahre alte Grenzstation handelt und die Felsmalereien die Einreisebedingungen in der Jungsteinzeit speziell mit Hinblick auf die Einfuhr von Tieren, Fleisch und Frauen ins DĂ©partement ArdĂšche dokumentieren. Zudem fand am 18.12.1892 die UrauffĂŒhrung von Tschaikowskys „Nußknacker“ statt. Auch hier treffen MobilitĂ€t (MĂ€usekönig) und nervige, starre Stellungshaltung (Nussknacker) aufeinander. Nicht zu vergessen: Am 18.12.1195 starb Konrad Zuse. Der Pionier der Computer zeigte allen, was Beweglichkeit bedeutet und ließ auf den Zuse Z1 gleich den Z3 folgen, ohne sich groß mit dem Z2 aufzuhalten und schließlich im Dritten Reich am Z4 zu arbeiten. Dieses DisparitĂ€t schreit nach einladend ausgleichenden Worten eines andere Jubilars – Willy Brandt, der am 18.12.1913 zur Welt kam: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden, im Innern und nach außen.“ Und gute Nachbarn schlagen Alarm, wenn jemand Fremdes sich Einlass verschaffen will.

About the author

Marcello Buzzanca ist freier Texter, Redakteur, Blogger und Autor.